Vita des Zauberers "FRALAU",
Als gehörloser Mensch ist man in vielen Bereichen überwiegend in der Kommunikation mit den Hörenden gehandicapt.
Das beginnt bereits im Berufsleben, wo man vieles nicht mitbekommt oder nicht ausreichend versteht.
Eine erste unabhängige und langersehnte Möglichkeit gibt es einen Faxgerät. Dank einer weitere technologische Entwicklung kam eine SMS-Funktion per Handy und im Internet per Email.
Somit konnte ich einen Kontakt zur hörenden Welt quantensprung mit kommunizieren.
Rückblickend auf meine früheren Erfahrungen als Zauberer konnte ich mich ein bisschen Wehmut nicht verkneifen.
1979 an Weihnachten, kurz vor dem Tod meiner geliebten gehörlosen Mutter bekam ich von ihr einen Zauberkasten geschenkt.
Gierig nach mehr Wissen um die Zusammenhänge in der Zauberei wurde meiner Liebe zum magischem und illusionärem Stil weiter entwickelt.
Zeitgleich machte ich eine Lehre als Industriemechaniker in München und der Eintritt ins Berufsleben war alles andere als einfach.
Vielseitig und nebenbei tätigte ich mich schauspielerisch bei vielen Veranstaltungen für Gehörlose als Pantomime und erstellte auch künstlerische Dekoren für Theater und Bühnen.
Sportlich war ich ein begeisterter Skiläufer und Surfer, gewann bei vielen internationalen Wettkämpfen zahlreiche Medaillen und Titel.
Später auch im Tauchsport unternahm ich im Gewässern und Meer.
1991 heiratete ich meine große Liebe gehörlose Elisabeth „Lisa“.
1993 war ich auch ein Mitgründer in einem gehörlosen Motorradclub "Deaf Biker Friends Bavaria 93".
Fuhr ich einen selbst gepimpten (Pimp my Bike) Harley Davidson Motorrad.
Viele großen bekannte Idole wie David Copperfield, Siegfried & Roy sowie einem Superstar Hans Klok schaute ich mir an. Beschloss ich endgültig, meine künftigen Ziele in den Dienst der Zauberei zu stellen.
Im Jahr 2003 merkte ich bald an einer fehlenden professionellen Ausbildung, dass es keinen Weg vorbei gibt. So meldete ich mich zu einem Lehrgang bei dem bekannten Künstler Harald Voigt in Pullach bei München an. Anfänglich wollte man mich nicht nehmen, aufgrund meiner Hörbehinderung, war ich hartnäckig und bat um eine Chance als Zauberschüler mich aufzunehmen. Bald wurde den Lehrenden eines besseren belehrt, dass ich eine zielsichere und mentale Auffassungsgabe für diesen speziellen Bereich der Zauberei entwickelte und erreichte ich problemlos eine 2. Semesterstufe. Eine der ersten Prüfungen wurde ich mit einer Silbern Auszeichnung belohnt.
Im Jahr 2003 begann ich mit meiner ersten offiziellen Auftritt in Berlin eines „7. Deutsche Magie-Festival für Gehörlose Zauberkünstler“ und gewann auf Anhieb einen ersten Platz in der Mikro-, einen zweiten Platz in der Illusion- und einen dritten Platz in der komische Magie. Einen Gehörlosen Magie-Festival fand nur in der der alten DDR-Regierung statt. Nun agiert dieser Zirkel nach der Wende jetzt Bundesweit und war somit in aller Munde. Von nun an beteiligte ich alljährlich an den vielen internationalen Wettkämpfen und diversen Auftritten. Mein Bekanntheitsgrad stieg unaufhaltsam.